Kolpingsfamilie lädt zu Veranstaltungen zum jüdischen Leben in Schloß Neuhaus ein.
Die Kolpingsfamilie Schloß Neuhaus hat sich in diesem Frühjahr in zwei besonderen Veranstaltungen mit dem jüdischen Leben in Schloß Neuhaus beschäftigt und dabei eindrucksvolle Einblicke in die Geschichte ehemaliger jüdischer Familien unserer Heimat erhalten.
Im Rahmen des Josefschutzfestes begrüßten wir den Referenten Hans-Georg Hunstig zu einem Gesprächsabend im Pfarrheim. In seinem Vortrag „Jüdisches Leben in Neuhaus“ nahm er die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit auf einen bewegenden visuellen Spaziergang durch die Geschichte. Anhand zahlreicher Bilder und Dokumente berichtete er über jüdische Familien, die einst in Schloß Neuhaus lebten, arbeiteten und das gesellschaftliche Leben mitprägten.
Besonders erinnerte er an die Familien Grünewald und Rosenthal. Dabei wurde auch deutlich, welches Leid die nationalsozialistische Gewaltherrschaft über diese Menschen brachte. Vertreibung, Entrechtung und in einigen Fällen sogar der Tod in Konzentrationslagern gehörten zu ihren Schicksalen. Der Abend machte eindrucksvoll deutlich, wie wichtig Erinnerung und Wachsamkeit auch heute noch sind.
Aufbauend auf diesen Vortrag besuchte die Kolpingsfamilie einige Wochen später den jüdischen Friedhof an der Warburger Straße in Paderborn. Bei einer ausführlichen Führung durch Monika Schrader-Bewermeier, der katholischen Vorsitzenden der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, erhielten die Teilnehmenden viele interessante Informationen über die Geschichte des Friedhofs, jüdische Begräbnisrituale sowie die Bedeutung zahlreicher Symbole und Inschriften auf den Grabsteinen. Die Führung vermittelte einen tiefen Einblick in jüdische Traditionen und erinnerte zugleich an die Menschen, die einst Teil des gesellschaftlichen Lebens in unserer Region waren.
Beide Veranstaltungen waren geprägt von großem Interesse, intensiven Gesprächen und dem gemeinsamen Wunsch, die Erinnerung an jüdisches Leben in Schloß Neuhaus lebendig zu halten.